Insel der Ruhe

Zu Weihnachten habe ich mir Zeichnungs-Zubehör gewünscht. Mein erstes Projekt war dann ein Porträt-Bild meines Vaters. Noch heute kann ich das Bild vor mir sehen: Vater in seinem bequemen Sessel, die Füsse hochgelagert, die Rückenlehne schräggestellt. Ich weiss gar nicht, ob er bemerkte, dass ich ihn zeichnete. Er war da, hat vielleicht nachgedacht oder geträumt oder sogar versucht, an nichts zu denken. Er hatte in seinem Leben viel Stress, war täglich 12 Stunden unterwegs. Wenn er dann nach Hause kam, wollte er seine Ruhe haben. In diesem Sessel hatte er seine Ruhe gefunden.

  • Tochter: 1980, Assistentin
  • Vater: 1952, Buchhalter
  • Jahr der Szene: 1993