Der Spur folgen
Vater, jetzt bist du gegangen. Und ich bleibe – in deiner Spur.
Ich sehe uns mit den Skiern am Berg. Du vorne. Ruhig. Klar. Verlässlich.
Ich folge. Schritt für Schritt. Du gibst die Richtung, ich spare Kraft.
Lange bin ich in deiner Spur gegangen. Bis ich merkte: Jetzt spure ich selber. Kein Bruch eher ein allmählicher Übergang.
Du hast wenig gesprochen. Du hast gebaut. Repariert. Geschaffen. Deine Sprache war das Tun. Ich aber wollte mehr Worte und heute verstehe ich: Du hast längst alles gesagt.
Wir waren sehr verschieden. Du bewahren. Ich verändern. Auch das war Spur.
Du hast mich gehen lassen. Nicht gebremst. Das war dein Vertrauen. Am Ende wurde deine Spur leiser. Aber nie schwächer. Heute sehe ich sie klar: deine Spur. Ich bin ihr gefolgt.
Jetzt gehe ich weiter.
Und ich weiss: Ein Teil von mir geht immer noch hinter dir.
Vater; 1935 – 2026 / Elektroingenieur
Sohn; 1960 / Kommunikationstrainer
Jahr der Szene; 2026
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Ich freue mich auf Ihre Geschichte! Beste Grüsse & alles Liebe
Marcel Kräutli