Fussball verbindet…

Ich erinnere mich gut daran: Ich war etwa sechs Jahre alt, als mir mein Vater einen Fußball schenkte – einen richtig schönen, schwarz-weißen Original-FIFA-Ball. Für mich war er etwas ganz Besonderes, wertvoller als jedes andere Spielzeug. 

Überall spielte ich mit diesem Ball – manchmal sogar in meinem Zimmer oder durchs ganze Haus, sehr zum Ärger meiner Mutter. Doch der Ball war mehr als nur ein Spielzeug: Er war mein Schlüssel, um mit den anderen Jungs draußen Fußball zu spielen. So stand ich oft mit meinen Freunden auf dem Feld, spielte im Mittelfeld und gab alles. 

Ab und zu war mein Vater an der Seitenlinie dabei. Er schaute mir zu, jubelte mir zu, war mein größter Fan. Besonders stolz war er, wenn ich ein Tor schoss. In Afghanistan spielte ich damals in keiner Mannschaft – aber durch seine Begeisterung fühlte ich mich schon wie ein echter Spieler. 

Heute, viele Jahre später, spiele ich in der A-Jugend des FC Toggenburg. Zweimal die Woche Training, wir sind richtig gut als Team. Und immer wieder denke ich daran zurück, wie alles begann – mit diesem einen Ball. 

Über Instagram und WhatsApp schicke ich meinem Vater Bilder und Videos meiner Spiele. Ich weiß, dass er Freude daran hat. Er sieht, was aus seinem Geschenk geworden ist – wie es mich geprägt hat und welche Türen mir das Fußballspielen hier in der Schweiz geöffnet hat. 

  • Vater; 1977 / Polizist
  • Sohn; 2007/ Schüler
  • Jahr der Szene; 2013